Verein zur Förderung der Kinder‐ und Jugendarbeit und des Ehrenamtes im Landkreis Marburg‐Biedenkopf e.V.

Gemeinsame Antwort von mir und Angela Dorn an den

Verein zur Förderung der Kinder‐ und Jugendarbeit und des Ehrenamtes im Landkreis Marburg‐Biedenkopf e.V.

 

Standpunkte: Drei Fragen an die Politik

1. Unsere Gesellschaft lebt durch das ehrenamtliche Engagement. Welchen Stellenwert hat für Sie das Ehrenamt und wo sehen Sie Handlungsbedarf und Ansatzpunkte um das Ehrenamt bzw. das ehrenamtliche Engagement in Hessen zu verbessern?

Bürgerschaftliches Engagement hat für uns GRÜNE als unverzichtbares Grundelement einer aktiven und demokratischen Gesellschaft einen besonderen Stellenwert. Es ist gesellschaftlicher Lernort und schafft soziale sowie politische Integration. Es bereichert die Gesellschaft. Deshalb braucht es verlässliche Rahmenbedingungen wie Infrastruktur, Begleitung, Qualifizierung und Auslagenerstattung. Wir wollen die aktive Bürgergesellschaft fördern, weiterentwickeln und ihre Strukturen stärken. Elementar dabei ist, dass der Kern des bürgerschaftlichen Engagements gewahrt wird: die Sinnhaftigkeit des Engagements, die Mitgestaltungsmöglichkeiten, die Freiwilligkeit, der Spielraum für neue Erfahrungen, die Qualifizierung durch und für das Engagement und die Anerkennung für die erbrachten Leistungen. Ein Beispiel ist die hessische EhrenamtsCard, durch die die Wertschätzung der bürgerschaftlich Engagierten ideell und materiell zum Ausdruck gebracht werden soll. Desgleichen ist uns entsprechende Qualifizierung ein großes Anliegen. Gerade ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Vereinen oder Jugendverbänden, wo Kinder und Jugendliche einen großen Teil ihrer Freizeit verbringen, müssen unterstützt und qualifiziert werden, um Kinder stark zu machen. Ein Qualifikationsnachweis ist die Juleica, die gleichzeitig auch die Anerkennung für das gesellschaftliche Ehrenamt zum Ausdruck bringen soll. Uns ist wichtig, dass es trotz unterschiedlicher Voraussetzungen keine Konkurrenz zwischen EhrenamtsCard und Juleica gibt. Da die Ausgestaltung der Vergünstigungen stark auf kommunaler Ebene erfolgt, wollen wir gemeinsam mit der Landesehrenagentur, den Kommunen und den Verbänden nach einer Lösung für gemeinschaftliche Anerkennungen suchen.

2. Die Lebensphase Kind/Jugend braucht eine spezifische, gestaltende Jugendpolitik. Welches jugendpolitische Themenfeld steht für Sie an erster Stelle? Was wollen Sie konkret für Kinder und Jugendliche im Hessischen Landtag einbringen, um dieses Ziel zu erreichen?

Wir GRÜNE wollen allen Kindern und Jugendlichen mehr Gehör für ihre Interessen und Bedürfnisse verschaffen. Mit ihnen gemeinsam werden wir eine „Hessische Kindercharta“ entwickeln, die Rechte und Ansprüche von Kindern an die Landespolitik enthält. Auch wollen wir ihre Beteiligungsrechte ausbauen und deshalb das aktive Wahlalter bei Kommunalwahlen wieder auf 16 Jahre absenken.

Wichtige Formen demokratischer Beteiligung sind auch die Kinderund Jugendparlamente. Sie sollen von den Schülerinnen und Schülern gewählt, ihre Entscheidungsbefugnisse müssen erhöht und ihnen sollen eigenverantwortliche Budgets und Antragsrechte in den jeweiligen Körperschaften gewährt werden. Wir brauchen neben den strukturellen Jugendparlamenten auch niedrigschwellige Formen der Jugendbeteiligung. Deshalb möchten wir sowohl projektbezogene Arbeitsgruppen, sogenannte Jugendforen, als auch Jugendhearings fördern. Angebote der außerschulischen Jugendarbeit wollen wir sichern und die Freiwilligendienste ausbauen. Zudem setzen wir uns dafür ein, dass ein Medienprogramm eingerichtet wird, das von und speziell für Kinder und Jugendliche Themen der Hessischen Politik aufbereitet und altersgerecht vermittelt und die gleichzeitig als Plattform und Sprachrohr für die Wünsche und Forderungen von Kindern und Jugendlichen fungiert. Wir wollen wieder Beratungsund Unterstützungsangebote für Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen mit verantworten, den Übergang SchuleBeruf neu gestalten und allen Jugendlichen eine Berufsausbildung anbieten. Wir wollen die Jugendkriminalität durch mehr und bessere Prävention bekämpfen, den Jugendschutz stärken und in der Drogenund Suchthilfepolitik die jugendspezifische Präventionsarbeit weiterentwickeln.

3. Die Vereine und Jugendverbände in Hessen führen in ihren Kinder‐ und Jugendgruppen eine wichtige Funktion aus. Dazu müssen aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Wo sehen Sie Handlungsbedarf um die Arbeit der Vereine und Jugendverbände zu erleichtern und zu unterstützen?

Natürlich braucht erfolgreiche Jugendarbeit auf der einen Seite eine planbare und verlässliche Finanzierung. Wir GRÜNE sind der daher der Meinung, dass eine nachhaltige Finanzierungslösung notwendig ist, um eine Verstetigung der Einnahmen und somit eine verlässliche Förderung der Jugendverbandsarbeit zu erreichen. Eine Möglichkeit ist u. a. die Änderung des Glückspielstaatsvertrags, da die Einnahmen aus dem staatlichen Monopol stetigen Schwankungen unterliegen und somit keine sichere Planungsgrundlage für die Finanzierung der Jugendverbandsarbeit darstellen. Darüber hinaus müssen auch die weiteren Rahmenbedingungen stimmen, damit ehrenamtliches Engagement weiterhin möglich ist. Wichtig dabei ist das zunehmende Ganztagsschulangebot. Wir wollen Ganztagsschule und Jugendarbeit besser verzahnen.

Das bedeutet zum einen, dass sich Schule für die Angebote der Jugendarbeit öffnet und Angebote in den Tagesablauf einer Ganztagsschule integriert. Gleichzeitig wollen wir Ganztagsschulen so gestalten, dass im Anschluss auch Zeit für außerschulische Aktivitäten u.a. in Jugendverbänden bleibt. Weiterer Handlungsbedarf besteht bei der Umsetzung von G8. G8 wurde von oben herab eingeführt ohne die Konsequenzen genügend zu berücksichtigen. Deshalb fordern wir GRÜNEN seit Jahren Korrekturen an G8 und eine echte Wahlfreiheit zwischen G8 und G9. Letztere ist leider immer noch nicht umgesetzt, da es in vielen Teilen Hessens auch zum Schuljahr 2013/2014 nicht genügend G9Schulen geben wird. Wir werden uns daher für eine echte Wahlfreiheit einsetzen, mit der möglichst alle Schülerinnen und Schüler, die G9 und damit mehr Zeit zum Lernen und für außerschulische Aktivitäten haben wollen, auch eine entsprechende Schule finden.

Angela Dorn     Sandra Laaz

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