Eine Bildungs- und Betreuungsgarantie von 0 bis 10 Jahren

EINE BILDUNGS- UND BETREUUNGSGARANTIE FÜR KINDER VON 0 BIS 10 JAHREN

Wir brauchen in Hessen eine bedarfsgerechte, zuverlässige und qualitativ hochwertige Betreuung für unsere Kinder. Auch wenn wir in unserem Landkreis bereits ein sehr gutes Angebot vorhalten können, wurde der flächendeckende Ausbau der Kinderbetreuung von der jetzigen Landesregierung verschlafen. Gerade im frühkindlichen Bereich oder nach dem Kindergarten, wenn die Kinder in die Schule kommen, gilt es noch enorme Lücken zu schließen. Hier ist das Land gefordert und kann die Kommunen mit dieser Aufgabe nicht alleine lassen.

Deshalb fordern wir

  • eine Betreuungsgarantie für alle Kinder von 0 bis 10 Jahren. Diese tut den Kindern gut und erlaubt es Eltern, Familie und Beruf zu vereinbaren.
  • Auch Betreuung muss qualitativ weiterentwickelt werden, da Bildung massgeblich über die Möglichkeiten zur Teilhabe an unserer Gesellschaft entscheidet.
  • Wir setzen uns für ein gesundes Essen in den Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen ein.

Bildung entscheidet maßgeblich über die Möglichkeiten zur Teilhabe in unserer Gesellschaft. Der starken Abhängigkeit des Bildungserfolges vom sozialen Status der Eltern wollen wir entgegenwirken. Bildung alleine sorgt noch nicht für mehr Gerechtigkeit, aber ohne Bildungschancen für alle ist eine gerechte Gesellschaft nicht möglich. Wir wollen einen Schulfrieden in Hessen, der die Förderung der Kinder in den Vordergrund stellt, den Elternwillen berücksichtigt und nicht verordnet wird.

 

Weitere aktuelle Infos:

Schlusslicht Hessen: Der schwarz-gelbe Etikettenschwindel bei den Ganztagsschulen – GRÜNE: Bildungs- und Betreuungsgarantie von 7:30 bis 17:00 Uhr nötig

Hessen bundesweites Schlusslicht bei den echten Ganztagsschulen
Als „schonungslose Aufdeckung des schwarz-gelben Etikettenschwindels bei den Ganztagsschulen“ hat die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN die Studie „Ganztagsschulen in Deutschland“ der Bertelsmann- Stiftung bezeichnet. „Nahezu alle so genannten Ganztagsschulen in Hessen bieten in der Regel nur ein Angebot bis 14:30 Uhr an drei Tagen die Woche, bei echten Ganztagsschulen liegt Hessen nur auf dem letzten Platz aller Bundesländer. Zwei Drittel der Grundschulen sind sogar überhaupt nicht im Ganztagsschulprogramm des Landes. Das ist entschieden zu wenig für die Förderung der Schülerinnen und Schüler, und es ist zu wenig für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Insbesondere in der Grundschule brauchen wir eine Bildungs- und Betreuungsgarantie von 7:30 bis 17:00 Uhr“, so der bildungspolitische Sprecher der GRÜNEN, Mathias Wagner. „Wenn Kultusministerin Beer den Stand in Hessen auch noch als bedarfsgerechten Ausbau bezeichnet, versucht sie die Eltern in unserem Land zu veräppeln. Sie steht damit in der schlechten Tradition ihrer gescheiterten Vorgängerinnen Karin Wolff und Dorothea Henzler“.

Die Studie hatte ergeben, dass nahezu alle angeblichen Ganztagsschulen in Hessen lediglich eine pädagogische Mittagsbetreuung (Profil 1) anbieten. Nur 3,1 Prozent der Schulen sind echte Ganztagschulen mit einem gebundenen Angebot bis weit in den Nachmittag hinein. „Es ist erschreckend, dass Hessen hiermit auf dem letzten Platz aller Bundesländer liegt. Sehr viele Schulen wurden mit geringer Ausstattung in das Ganztagsschulprogramm aufgenommen. So wollte die schwarz-gelbe Landesregierung die Illusion der großen Zahl aufbauen. Sie ist mit dieser Studie geplatzt wie eine Seifenblase“. Die Ausrede der Ministerin, es seien veraltete Zahlen tauge nicht. Nach den eigenen Zahlen des Kultusministerium (https://kultusministerium.hessen.de/schule/ganztagsangebote [1]) stelle sich die Lage zum Schuljahr 2013/14 wie folgt dar:

Nur 86 von 1728 allgemeinbildenden Schulen haben ein Angebot nach Profil 2, also ein freiwilliges Angebot bis 16:00 oder 17:00 Uhr.
Nur 82 von 1728 Schulen haben ein Angebot nach Profil 3, also ein verpflichtendes Angebot bis 16 oder 17 Uhr. Von den 82 Schulen sind 59 Förderschulen.
Nur rund ein Drittel von 1171 Grundschulen seien überhaupt im Ganztagsschulprogramm.

Ignoranz des Elternwillens

Als „dreist“ bezeichnen DIE GRÜNEN die Rechtfertigungsversuche der Kultusministerin in der Hessenschau von vergangenem Sonntag. „Da erzählt Frau Beer doch allen Ernstes, Hessen stehe deshalb so schlecht da, weil die Eltern einen behutsamen Ausbau wollten. Die Wahrheit ist: 70 Prozent der Eltern wünschen sich nach einer Umfrage von TNS Emnid eine Ganztagsschule. Einmal mehr ignoriert Schwarz-Gelb den Elternwillen. Und wahr ist auch: Vor zehn Jahren waren Ganztagsschulen für Schwarz-Gelb noch die Vorstufe des Sozialismus und man merkt am Ausbautempo, dass die beiden Parteien sich immer noch schwer damit tun. Wie in so vielen Fragen ist die gesellschaftliche Entwicklung über CDU und FDP hinweg gegangen.“

Schwarz-Gelb hat keinen Plan wie es weitergehen soll

Besonders erschreckend sei neben dieser Bilanz, dass Schwarz-Gelb bis heute keinen Plan habe, wie der Ausbau der Ganztagsschulen systematisch vorangetrieben werden kann. „Außer einem
Weiter-So ist kein Konzept bekannt. Die CDU redet zwar von einem Pakt für den Nachmittag. Wie dieser aber konkret aussehen soll, bleibt bis heute unklar. Für zwei Regierungsparteien ist das entschieden zu wenig.“

Was jetzt für Hessen zu tun ist

DIE GRÜNEN nehmen hingegen für sich in Anspruch, sich seit langem um das Thema gekümmert zu haben. „Seit Jahren beantragen wir eine Aufstockung des Ganztagsschulprogramms und eine Schwerpunktsetzung bei den Grundschulen. Immer wurden unsere Anträge abgelehnt. Es war die rot-grüne Bundesregierung, die bereits vor über zehn Jahren das erste Ganztagsschulprogramm des Bundes aufgelegt hat. Und es sind CDU und FDP, die durch ihr Festhalten am Kooperationsverbot in der Verfassung verhindern, dass es ein solches Programme nochmal gibt.“

DIE GRÜNE Bildungs- und Betreuungsgarantie

Die Fehler aus 15 Jahren schwarz-gelber Politik könnten nicht von heute auf morgen korrigiert werden. „Aber wir haben für die kommende Legislaturperiode einen klaren Plan und setzen deutliche Prioritäten. Statt mit der Gießkanne an viele Schulen zu wenig zu verteilen, wollen wir einen klaren Schwerpunkt auf die Grundschulen setzen. Denn am Anfang bringt mehr Zeit für Förderung besonders viel – gerade wenn es um mehr Chancengerechtigkeit geht. Gleichzeitig ist gerade bei den Grundschulkindern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern derzeit am schwersten. Mit unserer Bildungs- und Betreuungsgarantie für Grundschulen (http://gruenlink.de/h2f) wollen wir auf den Weg zu echten Ganztagsschulen einen entscheidenden Schritt vorankommen.“

Das Konzept sehe vor, dass es für alle Grundschulkinder an fünf Tagen die Wochen und in den Schulferien ein Bildungs- und Betreuungsangebot von 7:30 bis 17:00 Uhr gebe. Dafür sollen alle Grundschulen ins Ganztagsschulprogramm des Landes aufgenommen werden und gemeinsam mit den Kommunen ein qualitativ hochwertiges Angebot aus einem Guss organisiert werden. „Wenn die Eltern dies wünschen, entsteht so der zeitliche Rahmen für mehr Förderung, den Wechsel von Anspannungs- und Entspannungsphasen und zur Rhythmisierung des Tagesablaufs.“

Anhang aus der Bertelsmann-Studie

DIE GRÜNEN betonen, dass ihr Konzept auf Freiwilligkeit beruhe. „Freiwilligkeit und Wahlfreiheit für die Eltern setzt aber eben ein Angebot voraus. Das ist der entscheidende Unterschied zur Politik von Schwarz-Gelb: bei uns sollen die Eltern entscheiden können, ob sie ein ganztägiges Angebot wahrnehmen oder nicht. Bei Schwarz-Gelb haben sie gerade im Grundschulbereich noch nicht einmal ein Angebot“.

Profil 1, 2 und 3 nach Ganztagsschulrichtlinie des Landes:

Profil 1: „Schulen mit Ganztagsangeboten (Profil 1) decken an mindestens drei Tagen ein Angebot von 7 Zeitstunden von 7:30 bis 14:30 Uhr ab. Am Freitagnachmittag ist die Schule lediglich verpflichtet, nach 14:00 Uhr ein Angebot für diejenigen Schülerinnen und Schüler vorzuhalten, die dieses benötigen“.
Profil 2: „Schulen mit Ganztagsangeboten (Profil 2) bieten an fünf Tagen ein Angebot von 7:30 bis 16:00 oder 17:00 Uhr an. Am Freitagnachmittag ist die Schule lediglich verpflichtet, nach 14:00 Uhr ein Angebot für diejenigen Schülerinnen und Schüler vorzuhalten, die dieses benötigen“.
Profil 3: „Ganztagsschulen (Profil 3) bieten an fünf Tagen Betreuung, Unterricht und verpflichtende Ganztagsangebote in der Zeit von 7:30 bis 16:00 oder 17:00 Uhr für alle ihre Schülerinnen und Schüler oder für einen definierten Teil ihrer Schülerschaft an. Die Teilnahme an den zusätzlichen Angeboten ist für die jeweils definierten Schülerinnen und Schüler vollständig oder teilweise verpflichtend“

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