Frauentag 2014 – Hall of Femmes

Zum Internationalen Frauentag am 08. März habe ich gemeinsam mit meinen beiden Kreisvorstandskolleginnen Sabine Matzen und Efi Kaioglidou mit einem Stand in der Marburger Oberstadt einen Infostand gemacht. Wir haben viel Zuspruch und gute Gespräche gehabt. Hauptanliegen waren „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ und „Mehr und gute Kinderbetreuung/Elternzeit für alle“.  Mit am Stand hatten wir eine Plakatausstellung des Bundesverbandes, die „Hall of Femmes“. Und vielen war gar nicht bewusst, dass Frauen bis 1977 nicht ohne Einverständnis des Ehemannes arbeiten durften, keinen Anspruch auf Unterhalt hatten.

Unter dem Motto „20 Jahre Gleichstellung im Grundgesetz – Zeit Bilanz zu ziehen“ zeigt eine Ausstellung des GRÜNEN Kreisverbandes am Frauentag, 8. März von 10 bis 14 Uhr am Infostand an der Ecke Marktgasse/Wettergasse mit sechs Plakaten verschiedene Etappensiege der Gleichstellung.

1. Grundgesetzrund

23. Mai 1949: Das Grundgesetz wird in Kraft gesetzt. Um den Artikel 3 Absatz 2 „Frauen und Männer sind gleichberechtigt“ wurde im Vorfeld zäh gerungen. Elisabeth Selbert, eine der Mütter des Grundgesetzes, rief die Frauen der jungen Republik auf sich zu Wort zu melden. Wäschekörbe voller Briefe aus der Bevölkerung setzten schließlich durch, dass dieser Satz aufgenommen wurde.

2. Sternkampagne „Wir haben abgetrieben“

Romy Schneider und Senta Berger – im Stern: „Wir haben abgetrieben!“ Damit treten sie eine Lawine los. Zehntausende Frauen demonstrieren für das Recht auf selbstbestimmte Mutterschaft und gegen den § 218, der Abtreibung mit Gefängnis bedroht. Die von Alice Schwarzer initiierte Selbstbezichtigungskampagne wird zum Aufbruch der Neuen Frauenbewegung.

3. Eherechtsreform 1976

Nach dem alten Eherecht war die Ehefrau“ zur Haushaltsführung verpflichtet“, dem Ehemann es gestattete. Seither gibt es für die Ehe keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung mehr. Auch das Scheidungsrecht wird reformiert: Das Schuldprinzip entfällt. Bis dahin hatten schuldig Geschiedene keinen Anspruch auf Unterhalt – zum Beispiel Ehefrauen, die ihren „Pflichten“ nicht nachgekommen waren.

4. Waltraut Schoppe

05.05.1983 sorgt Waltraud Schoppe für männliche Tumulte, als sie eine „Bestrafung bei Vergewaltigung in der Ehe“ forderte. Erst 1997(!) beschloss der Bundestag, namentlich und ohne Fraktionszwang, dass vergewaltigende Ehemänner keine Sonderrechte mehr genießen. Wir Grüne kämpfen weiter gegen Gewalt gegen Frauen sei es im häuslichen, im öffentlichen oder im internationalen Bereich.

5. Gewaltschutzgesetz

Das rot/grüne Gewaltschutzgesetz stellte einen Paradigmenwechsel im Umgang mit häuslicher Gewalt dar. Nicht die/der geschlagene PartnerIn muss mehr das Haus verlassen, sondern der/die gewalttätige PartnerIn wird aus dem Haus verwiesen und mit einem Näherungsverbot belegt. Dennoch ist für viele Frauen und oft auch ihrer Kinder die Flucht in ein Frauenhaus unerlässlich – deshalb wollen wir diese endlich bundeseinheitlich finanzieren.

6. Wofür wir noch kämpfen müssen

Eine leere Plakatvorlage lädt die BesucherInnen zum selbst beschriften ein … z.B. die Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände, Regelungen für die Privatwirtschaft, ein Entgeltgleichheitsgesetz für Lohngleichheit von Mann und Frau.

Gefreut hatten wir uns auch über Besuch aus der Landtagsfraktion Rheinland-Pfalz. Dr. Dr. Rahm Schmidt, Sprecher für Gesundheit und Forschung der dortigen Landtagsfraktion, Gründer der Säkularen Grünen und alter Marburger, kam überraschend vorbei und unterstützte uns!

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